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Magdeburg, 06.03.2009.
Schädigungen der Sehverarbeitung im Gehirn, der
sogenannten Sehbahn, können infolge von Schlaganfällen
und Schädel-Hirn-Traumen auftreten. In Deutschland
erleiden jährlich ca. 165.000 Menschen einen
Schlaganfall und etwa 250.000 ein Schädel-Hirn-Trauma.
Bei etwa 20 Prozent dieser Patienten kommt es zu
Sehstörungen, denen in vielen Fällen
Gesichtsfeldausfälle zugrunde liegen. Der Leidensdruck
ist hoch, auch wenn die Beeinträchtigung nicht immer auf
den ersten Blick sichtbar ist.
Menschliches Handeln wird in weiten Bereichen
durch den Sehsinn gesteuert. Fehlen Teile der visuellen
Wahrnehmung, so kann sich dies gravierend bei der
Bewältigung von Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs)
auswirken.
Auf die eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten
verweisen in diesem Zusammenhang aktuelle
Forschungsergebnisse. Die
Studien beschäftigen sich mit Fragen der
Alltagsrelevanz und dem spezifischen Leidensdruck von
Betroffenen.
(Magdeburg) – In einer Studie der Universität Magdeburg mit 85 teilnehmenden
Patienten wurde danach gefragt, inwieweit sich durch
neurovisuelle Rehabilitationsmaßnahmen (visuelle
Restitutionstherapie) erzielte Vergrößerungen des
Gesichtsfelds im Alltag der Betroffenen auswirkten.
Dabei stellte sich heraus, dass die Lebensqualität
signifikant gesteigert werden konnte. Dies betraf v.a.
alltagsrelevante Verbesserungen allgemeiner
Sehleistungen, die wiedererlangte Fähigkeit, im
Nahbereich Aktivitäten auszuführen, ein geringerer
Leidensdruck infolge sehbedingter sozialer Probleme,
größere Unabhängigkeit und bessere Mobilität. Die
Verbesserungen korrelierten mit den durch die Therapie
erzielten Gesichtsfeldvergrößerungen (Gall et al, RNN,
2008).
Die
Befunde decken sich mit einer jüngst veröffentlichten
Studie der Universität Tübingen, wonach die auf das
Sehen bezogene Lebensqualität von Patienten mit
homonymen Gesichtsfeldausfällen erheblich beeinträchtigt
ist und die Lebensqualität in dem Maße steigt, wie sich
der zentrale Gesichtsfelddefekt innerhalb der
betroffenen Seite verringert (Papageorgiou et al,
Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol, 2007).
Mehr
Informationen erhalten Sie unter der Rufnummer
0391-6360050 beim Zentrum für Sehtherapie NovaVision
oder unter
www.novavision.de.
Quellen:
Gall, Müller, Gudlin, Lindig, Schlüter, Jobke, Franke,
Sabel
Otto-von-Guericke University
of Magdeburg; NovaVision AG, Magdeburg; University of
Applied Sciences Magdeburg-Stendal, Germany Vision-
and health-related quality of life before and after
vision restoration training in cerebrally damaged
patients
Restorative
Neurology and Neuroscience, Vol. 26 (4,5), 341–353
(2008)
Papageorgiou, Hardiess, Schäffel, Wiethölter, Karnath,
Mallot, Schönfisch, Schiefer
Centre for Ophthalmology
and Department of Zoology, University of
Tübingen;
Department of Neurology, Bürger Hospital,
Stuttgart;
Centre for Neurology and Department of Medical
Biometry, University of Tübingen, Tübingen
Assessment of vision-related quality of life in
patients with homonymous visual field defects
Graefs Arch Clin Exp
Ophthalmol, Vol. 245 (12), 1749–1758
(2007)
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